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Hallo ihr lieben Umweltschützer- und Umweltschützerinnen... Ich finde Euch toll - echt,toll dass Ihr diese Umwelt schützen wollt! Das meine ich gar nicht so ironisch, wie das jetzt vielleicht für den Einen oder die Andere unter Euch rüber kommen mag. 

Ich finde jeden oder jede toll, die etwas, was schützenswert ist oder sein mag, beschützen will. Aber was wollen wir denn eigentlich schützen? Das Klima? Oder denCO2-Ausstoss? Oder die überfischten Weltmeere
Oder kämpfen wir für eine bessere Welt? 

Was ist denn eine bessere Welt? Die von gestern? Die von morgen? 
Ist die von heute die Schlechte?  

Fragen, die mich immer wieder zum Innehalten bewegen... 
Ganz elementare Fragen, mit denen ich jeden Tag wieder aufs neue konfrontiert bin, wenn ich meinen Horizont ein wenig mehr ausdehne, als bis an den Rand meiner Schuhspitzen. Die Zeitungen sind voll von Schlagwörtern und Beurteilungen über den Zustand dieser unsrigen Erde, und dem darauf herrschenden Klima. Meinungen werden am Laufmeter kundgetan, und ich werde fast pausenlos, subtil aber eindringlich dazu angehalten, unsere Umwelt zu schützen...

Die Umwelt, ist die Um-Welt, die Welt um mich herum... Ist das da draussen... Ist das ausserhalb von mir, ist das, was nicht ich drinnen bin...  Ich bin die Inwelt und das da die Umwelt... Und das Schlechte geht da draussen ab, und ich kann mit dem Fingerdarauf zeigen...

Und während ich so mit dem Zeigefinger darauf zeige, dem Schlechten, da draussen, sehe ich unmissverständlich, dass im selben Moment drei Finger der selben Hand auf mich zeigen... gnadenlos... dreifach...auf mich gerichtet...

Schlagartig wird die Umwelt zum Ich, werden die ganzen Probleme, die da ausserhalb meiner selbst toben, zur Ichwelt. Drei Finger, die mich ultimativ auffordern, meinen Ausblick zu wenden, und auf mich zu richten. 
Wie sieht denn meine Welt aus? Ist sie schlecht? Bin ich schlecht? Muss ich am Ende noch mich selber schützen? Was bedeutet sie mir denn, diese Welt, was ist sie mir Wert? Was freut mich, was herzt mich, was macht mich strahlend, was bringt mich zum Staunen, in meiner Welt? 

Muss ich denn meine Welt schützen? 

Kann ich meine Welt schützen, indem ich mir die Freude mache, zum Gemüsemarkt zu gehen, weil ich mir die Zeit dazu schenke? Weil ich die Begegnungen mit denen, die die Umwelt tagtäglich an Ihren Händen spüren, so liebe? Und ich meine Lebensmittel gerne ohne Verschweissplastik, fass- und riechbar, meine Sinne weckend.....kaufe?Schütze ich meine Welt, indem ich mir eine Entdeckungsreise per piedi zum Einkaufen zu Gute tue, weil genau auf diesem Weg so viele schöne Begegnungen möglich sind, die ich wohl sonst in hektischeren Fortbewegungsmitteln nicht hätte? 

Und genau so werde ich jeden Tag aufs neue herausgefordert, meine ganz persönliche Welt zu beurteilen, fragt es in mir drinnen, was ich denn heute Gutes tun kann. Real, konkret, und in dem Ausmass, dass ich noch agieren kann, integriert in meinem Alltag... Meine Welt ist schützenswert, ich liebe sie - ob sie schlechter ist als früher, kann ich nicht beurteilen, da ich kein Tagebuch führe...

Aber eines weiss ich ganz sicher: ich kann jeden Tag meine Welt mitgestalten- so oder so...Weil ich es mir Wert bin...

Bis bald, vielleicht irgendwo an einem Gemüsemärit...

Herzlichst Euer Stephen Ramsi

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