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| 01. Januar 2009
Und manchmal, ja genau jetzt, schaut er mich an, mit diesem Blick der Furchtlosigkeit, der Entschlossenheit. Ein kalter Schauder breitet sich von meinem Hals an gegen meinen Allerwärtesten. Was, wenn er mich durchschaut? Ich nehme mein Geheimnis, eingewickelt in ein uraltes beiges Stück Stoff, unter den Arm und beschleunige meine Schritte.Gedanken schiessen mir durch den Kopf: „Ja stimmt, es wurde mir schon lange überdrüssig. Ich wollte nur noch eines: Es loswerden! Seine Tage sind gezählt."
Dann eine Hand, die meine Schulter packt, vor lauter Schrecken lasse ich es fallen. Es kommt mir noch jetzt vor, als wäre es gestern gewesen. Denn vor Schreck lasse ich alles fallen. Es knallt zu Boden, wp es in tausend Einzelteile zersplittert. Alle Leute im Umkreis von wohl gut 50m sehen mich an. Momente, in denen ich es „geniesse" im Mittelpunkt zu stehen.
„Was machen Sie da?", fragt mich der dreist dreinblickende Mann von vorhin. Dieser steht vor mir in einem roten T-Shirt hat diesen typischen ich-sags-gleich-dem-urs Ausdruck im Gesicht Ich bin perplex und weiss keine Antwort, nicht auf die simpelste Frage dieses Mediamarktverkäufers, als sich mein altes Faxgerät in tausend Splitter verabschiedet.
Wer war jetzt schuld, der Boden der das Ding magisch angezogen hat (also die Gravitation), der Verkäufer, der durch das Kraftgerät, welches er im Teleshopping erworben hat, doch mächtig Druck auf meine Schulter ausgeübt hat, oder war es doch meine Wenigkeit, die nicht erwischt werden wollte?
Irgendwie kommt mir da immer wieder dieser Song von Baschi in den Sinn: „Bring en hei!". Mache ich doch, denk ich mir. Doch trau ich mich beinahe nicht dieses alte Faxgerät an die Verkaufstelle zurück zu bringen. Klar weiss ich, dass sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, dieses ohne wenn und aber zurück zu nehmen. Doch trau ich mich, da es aus der Zeit vor Mediamarkt stammt, dieses kaum in die Hochglanz-Verkaufsburg zu schleppen, um dort eventuell den verstohlene Blicke der Verkäufer ausgesetzt zu sein. Da frag ich mich auch im 2009, schaffe ich es den inneren Schweinehund zu überzeugen, dass es mehr zählt etwas für's nachhaltige Leben zu tun, als den eigenen Stolz zu wahren, respektive siegen zu lassen. Ich nehm's mir zum Vorsatz, das mit dem Stolz oder dem Recyceln, allen (ohne Wertung!) roten T-Shirt-Verkäufern zum trotz. Welcome 2009!



