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Zu Gast bei CarnivorInnen - Tote Tiere esse ich ja schon seit Jahren nicht mehr. Ich gelte damit, verglichen mit noch vor 10 Jahren, keinesfalls mehr als Exotin. Heutzutage gehören Vegis und VeganerInnen zu einer immer grösser werdenden Minderheit, deren bewusstes Ernährungskonzept eigentlich wunderbar in die, von den Medien gehypte, Ökolifestyletrendwelle passt.

Trotzdem muss ich immer wieder feststellen, dass die Ansichten, was denn nun ein/e VegetarierIn oder VeganerIn is(s)t in dieser, von CarnivorInnen dominierten Gesellschaft weit auseinander gehen. So zum Beispiel erwähne ich bei Einladungen immer, dass ich keine toten Tiere esse. Weder am Stück, noch pulverisiert in der Bouillon, oder unsichtbar in dem Vanillepudding mit Gelatine versteckt. Nein, und Fisch und Poulet esse ich auch nicht, denn ja, auch das sind Tiere. Verzweifelt und völlig aus der Bahn geworfen, fragen mich meine GastgeberInnen dann, was sie mir denn nun auftischen sollen, da ich ja so gut wie gar nichts essen würde. Mit dem Hinweis, dass simple Spaghetti all'Arrabiata (ohne Eier), ein gemischter Salat an italienischer Sauce und Fruchtsalat doch sicher auch zu ihrem Essens- und Kochgrundrepertoire gehören, lassen sie sich schlussendlich meistens beruhigen und müssen zugeben, dass ein vollwertiges, schmackhaftes und einfach zu kochendes Essen gar nicht immer mit Leichen dekoriert sein muss. Aber das nächste Mal könnte ich einfach erzählen, ich mache eine Co2 Diät. Das wäre sicher einfacher und liegt voll im Trend!

 

Die Co2-Diät 
Sommer ist die Zeit der Diäten, alle wollen gut aussehen und sich irgendwo weit weg am Strand einen Sonnenbrand holen. Beides ist weder gesund noch gut fürs Klima. Zum Glück geht es auch anders. Wie? Mit einer Co2 Diät die erst noch schlank macht. Dafür müssen wir aber zuerst mal herausfinden, welche Nahrungsmittel eigentlich erlaubt sind. Wir essen jedes Jahr zwischen 450 und 600 kg Lebensmittel, deren Herstellung (je nach Rechner) ca. 2 bis 2.5 Tonnen Co2 verbrauchen. Dass das viel ist, sieht man daran, dass eine normale Person, die 10'000km Auto fährt ca. 2 Tonnen Co2 verursacht. Oder anders gemessen, das Essen liegt etwa gleich schwer auf wie das Heizen, wenn es um die Co2 Emission geht.

 

Wie funktioniert nun so eine Co2 Diät? Jedes Produkt und somit auch jedes Lebensmittel hat einen ökologischen Koffer bei sich. Wenn wir nun Esswaren auswählen, die weniger klimabelastend sind, können wir unsere Co2 Emission senken. Du zählst also einfach Co2 statt Kalorien. Dass Rindfleisch von nun an weg fällt, ist klar (siehe Wochenaufgabe), doch auch wenn Huhn und Schwein deutlich besser abschneiden, brauchen sie immer noch (zu) viele Co2-Kalorien. Produkte wie Butter, Käse und Rahm sind natürlich ebenfalls absolut Tabu, sie enthalten Milch in konzentrierter Form direkt vom Rindvieh.

Nun genug von Dingen die man nicht essen darf! Kommen wir zu dem was dich satt machen wird: Pflanzliche Kost verursacht laut Foodwatch nur ca. ein Zehntel der klimaschädlichen Gase, die bei der Entstehung der selben Menge von tierischen Lebensmitteln entstehen. Wenn du alle tierischen Lebensmittel aus deinem Speiseplan streichen würdest, dann könntest du von heute auf morgen den Co2 Ausstoss um 20% senken. Bio-Lebensmittel sind vorzuziehen, Lebensmittel, die nicht im Treibhaus gezogen werden ebenfalls, da sie weniger Energie in der Herstellung und beim Transport brauchen. Die Auswahl an frischen Bio-Gemüsen und Früchten ist im Sommer zum Glück riesig, dann noch ein paar Kohlenhydrate in Forum von Reis, Bohnen oder Kartoffeln dazu und fertig ist ein leckeres Essen.

 

Du siehst die Co2-Diät ist spielend einfach. Endlich etwas, was wirklich einen Unterschied machen würde und du ganz alleine ausführen kannst. Kein Warten auf den Staat, oder dass die anderen auch mitmachen, keine teuren Investitionen wie bei Solaranlagen und der Verzicht hält sich in Grenzen - schliesslich ist veganes Essen gut, gesund und günstig. Wie bei jeder richtigen Diät wirst du dadurch auch ein paar Pfunde verlieren (und erst noch nachhaltig) Gleichzeitig kannst du das Klima schützten. Das is eindeutig besser als 1 Woche nur Ananas essen.

Also was hält dich noch davon mal zur Probe Bio-VeganerIn zu werden?


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