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| 03. August 2009
Letztens war ich auf Shoppingtour, aber der Kaufrausch blieb (diesmal) aus. Es hatte zu viele Leute und ich wollte so oder so nicht viel Geld ausgeben. Ausserdem waren die Vorstellungen in meinem Kopf von dem was ich bräuchte, zu klar, als dass ich mich zum Kauf von ungenauen Alternativen hätte hinreissen lassen. So habe ich mich auf Kleines und beinahe Notwendiges beschränkt.
Die Plastiksäcke kamen schon gleich am Beginn meiner Shopping tour ins Spiel: Angefangen in der Apotheke wurde mir das erste weiss-grüne Plastiksäckchen angeboten für eine Kartonschachtel Medikament mit den Massen 5 x 10 x 1,5 cm. Ich habe das Plastiksäckchen dankend und erfolgreich abgelehnt und die Schachtel in meine Handtasche gesteckt, wo sie trotz viel anderem Gerümpel komfortabel Platz fand.
Weiter ging es zu einem italienischen Kleiderladen, wo ich zwei ärmellose Sommershirts mit einem Abschlag von 50 % erstand und diese mir, während ich mich auf das Eintippen vom Code meiner EC-Karte konzentrierte, in einem aparten grünen Plastiksäckchen über den Ladentisch zugeschoben wurden. Ich packte die Shirts und den Kassenbon wieder aus und schob die leere Tüte mit einem Lächeln zur Verkäuferin zurück. Sie verstand sogleich, quittierte ebenfalls mit einem Lächeln und die Shirts verschwanden in meiner Handtasche. Den Kassenbeleg nehm ich natürlich immer mit, denn ich möchte nicht, dass ich, weil ich versuche Plastiksäcke zu sparen in Verdacht gerate, Shirts im Ausverkauf zu klauen!
Wir haben uns dann zum weltweit operierenden schwedischen Label aufgemacht, dies und das probiert und uns für dies und das entschieden. Drei kleine Teile waren es im gesamten. Eine Mitarbeiterin hat einkassiert. Nach meinen Erlebnissen etwas früher war ich schon vorbereitet und ich habe ihr schon nach der Begrüssung gesagt, dass ich keine Plastiktüte nehme. Im Affekt hat sie die Sachen nach dem Eintippen trotzdem in einen Sack gesteckt, während ich mich einmal mehr auf das Kreditkartengerät konzentriert habe. Ich habe gleich wieder gesagt, dass ich die Tasche nicht brauche, worauf sie die Fetzchen Stoff wieder ausgepackt hat. In dem Moment dachte ich, ich wäre die Plastiktüte los und freute mich.
Weil mir meine Freundin aber etwas zeigen wollte, haben wir uns um 90 Grad gedreht und ich habe die gekauften Kleider auf dem Ladentisch liegen lassen. Das war ein Fehler! Auch wenn sie nur maximal 15 Sekunden dort verblieben. Denn angerauscht kam eine andere Verkäuferin, hat meine bereits gekauften Kleider nochmals eingetippt und in einem Affenzahn in eine Plastiktüte gesteckt! Ich war baff und sie offenbar überzeugt, dass Kleider, die nicht in einem Plastiksack verpackt sind, noch nicht verkauft wurden!
Fazit: zu Plastiksäcken nein zu sagen ist ein schwieriges Unterfangen. Ich werde mich weiterhin darin üben und hoffe, dass es eines Tages genug PlastiksackverweigerInnen geben wird, sodass auch die MitarbeiterInnen in den Shops nicht einfach davon ausgehen, dass jedes Teil grundsätzlich in eine Plastiktüte gesteckt werden MUSS.



